Im Jahr 1991 erschien eine Festschrift anläßlich des 100-jährigen Bestehens des Chores Frohsinn.

Hier folgen Ausschnitte aus aus diesem Heft

Chorleiter/innen

1891                       Lehrer Vogt
1895                       Wilhelm Meyer, Musiker aus Elsdorf
1898                       Lehrer Heining aus Ippensen
1904 - 1924            Lehrer Friedrich Ordemann
                               (ab 1921 auch Damen-Chor)
1925 - 1932            Lehrer Trute aus Klein Meckelsen
ca. 1926                 übernimmt Heinrich Miesner den Damen-Chor
                               (ab 1932 gem. Chor)
1932 - ?                   Lehrer Behnken aus Kalbe
1937 - 1982            Heinrich Miesner
1982 - 1985            Barbara König aus Heidenau
1985 - 1986            Martina Gärtner aus Harburg
1986 - 1993            Ingrid Wedemeyer aus Sittensen
1986 - 2005            Marion Imlau
2005 - 2006            Anette Vajen und Regina Imlau
 seit 2006                 Viktoria Buck aus Niederochtenhausen

Rückblick auf 100 Jahre Vereinsgeschichte
(von 1891 - 1991)

Im Jahr 1883 trafen sich in Sittensen einige gesangliebende Männer, um dem Gesang eine neue Heimstätte zu bereiten. Wenn dem damals gegründeten Verein auch nur eine kurze Lebensdauer beschieden war, so hat er doch den Boden vorbereitet für eine spätere Saat.

Im Jahre 1891 wurde dann der Männer-Gesang-Verein „Frohsinn“ ins Leben gerufen. Zu den Gründungsmitgliedern gehörten: Johann Holsten , Johann Viets , Peter Seedorf, Johann Wiehern, Hinrich Poort, J. H. Kruse und Johann Meyer. Zum Dirigenten wurde Herr Lehrer Vogt gewählt.

Der erste Chorleiter des Männergesangvereins „Frohsinn“ war der Musiker Wilhelm Meyer aus Elsdorf. Da es zu der Zeit weder Autos noch Fahrräder gab , muß er wohl den etwa 10 km langen Weg zu den wöchentlichen Singabenden zu Fuß zurückgelegt haben.

Heute wäre so etwas kaum vorstellbar, doch damals hatte man noch mehr Zeit bzw. kannte man keinen Streß. Mehrere Jahre hat Wilhelm Meyer diesen Posten ausgeübt , denn die Statuten , die der Verein am 1.  März 1895 aufstellte , hat er als Dirigent unterschrieben.

Mit dem Liede „Mit dem Herrn fängt alles an“ begannen die ersten Gesangstunden. Getreu diesem ersten Lied haben die Gründer und ersten Sänger am Aufbau des jungen Vereins gearbeitet. Der Segen blieb auch nicht aus. Die Mitgliederzahl nahm laufend zu, und auch die Kasse füllte sich von Jahr zu Jahr. Bereits nach sieben Jahren konnte das größte und schönste Fest seit Bestehen gefeiert werden: Es war das Fest der Fahnenweihe am 3. Juli 1898. Der Weiheakt wurde von Herrn Lehrer Heining aus Ippensen geleitet, der zu dem Zeitpunkt auch Dirigent des Chores war. Als Gäste wurden die Gesangvereine Tiste , Scheeßel, Concordia Avensen-Everstorf, Ippensen , Eintracht Tostedt und der gemischte Chor Tostedt begrüßt.

In jedem Jahr wurden in Sittensen zwei Sängerfeste veranstaltet , das Sommerfest und das Wintervergnügen, wobei neben den Liedern auch stets ein Theaterstück aufgeführt worden ist. Aber auch als Gast bei auswärtigen Sängerfesten war Sittensen viel vertreten und erfreute sich bester Beliebtheit. Generalversammlung, Wanderungen und Ausflüge gehörten zu den jährlich wiederkehrenden Veranstaltungen. Die Anzahl der aktiven Sänger betrug ca. 25.

Im Jahre 1904 wurde beschlossen, daß die Übungsabende wechselnd in den beiden dafür geeigneten Lokalen (Niedersachsenhof und Kruse) abgehalten werden sollten. Jeweils zu Ostern wurde für ein Jahr gewechselt.

 

Am 24. Mai 1909befindet sich folgende Notiz im Protokollbuch: „ Ein Sangesbruder, der dreimal während der Übungsstunde ohne Entschuldigung fehlt , wird als Mitglied vom Verein ausgeschlossen. „

Bei der Generalversammlung am 15. Januar 1910 einigte man sich darauf, daß der Dirigent Herr Ordemann DM 2,50 für jeden Übungsabend erhalten sollte.

Der erste Weltkrieg in den Jahren 1914 bis 1918 hat der schönen Entwicklung des Gesangvereins ein Halt geboten. Das Vaterland rief zu den Waffen! Außer vier Sangesbrüdern waren alle dabei. Leider kehrten einige nicht zurück. Nach fast 4 1/2jähriger Pause begann im Februar 1919 wieder die erste Übungsstunde.

Am 20. Juli 1920 wurde das Strafgeld für Fehlen beim Übungsabend auf 2,00 Mark pro Abend erhöht.

1921 wird das 30jährige Stiftungsfest des Männergesangvereins „Frohsinn“ gefeiert. An diesem Fest nehmen die Chöre aus Tiste , Tostedt , Scheeßel, Everstorf, Wistedt , Zeven, Sauensiek, Gyhum, Rotenburg, Heeslingen, Lauenbrück und Weertzen teil.

Im selben Jahr wird in Sittensen vom Chorleiter Ordemann ein Damen-Chor gegründet , der dem Männergesangverein angegliedert wird. Die Leitung bleibt jedem Verein selbst überlassen. Von den finanziellen Überschüssen aus den gemeinsamen Veranstaltungen erhält der Männergesangverein 66 2/3% , der Frauenchor 33 1/3%. 1922 ist die Mitgliederzahl des Männergesangvereins auf 32 aktive Sänger angestiegen. Chorleiter Ordemann erhält jetzt ein jährliches Honorar von 700 Mark.

1923: Die finanzielle Entwicklung aufgrund der Inflation: Lehrer Ordemann bekommt nachträglich für das vergangene Jahr 2300 Mark , und auf seinen Antrag wurden ihm für das Jahr 1923 als Honorar 20 Zentner Kartoffeln bewilligt. Das Strafgeld für Fehlen bei Übungsabenden wurde auf 20 Mark pro Abend festgelegt. Bereits ein Jahr später „ wurde das Strafgeld auf 50 Pfennig reduziert.

Im September 1924 scheidet Lehrer Ordemann nach fast 20jähriger Tätigkeit als Dirigent aus. Er wird als Ehrendirigent aufgenommen. Drei Monate später wird als Dirigent des Männergesangvereins „Frohsinn“ Lehrer Trute aus Klein Meckelsen verpflichtet.

Bei der Generalversammlung 1926 wird eine Kommission zur Beschlußfassung über die Aufnahme aktiver Mitglieder gegründet. Dieser Kommission gehören jeweils ein Sänger aus jeder Stimme an: J.Schleßelmann, H. Kaiser, Otto Wohlberg und F. Bösch.

Zu dieser Zeit konnte der „Deutsche Sängerbund“ bereits auf eine über 60jährige Wirkungszeit zurückblicken. Der Männergesangverein „Frohsinn“ aus Sittensen beschloß allerdings am 8. Januar 1928, dieser Institution nicht beizutreten.

Am 7. Juni 1931 wurde in Sittensen wieder groß gefeiert: das 40jährige Stiftungsfest des Männergesangvereins und das 10jährige Stiftungsfest des Damenchors Sittensen , der von dem erst 23 Jahre alten Heinrich Miesner geleitet wurde. Herrschte bei diesen Feierlichkeiten auch noch Eintracht und Harmonie, so sollte das Jahr 1932 einige Turbulenzen mit sich bringen:

Im Männergesangverein gab es Uneinigkeit mit Chorleiter Trute. Der Vorstand möchte das Dirigentengehalt gerne abbauen. Im März wird Herr Trute dann mit einer kleinen Feier verabschiedet. Diesmal gelang es dem Männergesangverein, übergangslos Ersatz zu finden , und zwar übernahm schon drei Wochen später Herr Lehrer Behnken aus Kalbe den Dirigentenposten.

Zur gleichen Zeit hatte sich der Damenchor aufgrund mangelnder Mitglieder in einen gemischten Chor gewandelt und in einer vom Dirigenten Herrn Heinrich Mießner einberufenen Versammlung einen eigenen Vorstand gewählt. In einer gemeinsamen Vorständetagung der beiden Gesangvereine wurden die Forderungen des gemischten Chores angenommen, d. h. , für alle Feierlichkeiten sollte ein gemeinsamer Festausschuß gebildet werden ; der Reingewinn bzw. die Unterbilanz sollten nun zu jeweils 50% geteilt werden. Im darauffolgenden Jahr gab es diverse kleine Reibereien zwischen beiden Chören, meistens aus finanziellem Anlaß.

Am 21. Januar 1934 entschließt sich der Männergesangverein, in den DSB (Deutscher Sängerbund) einzutreten. Im August des Jahres 1934 trennt sich der gemischte Chor endgültig vom Männergesangverein, veranstaltet eigene Feste , u. a. eine Kohl-und-Pinkel-Tour, und kauft auf allgemeinen Wunsch Abzeichen für die aktiven Sänger und Sängerinnen.  Im Jahre 1937 übernahm Heinrich Mießner auch die Leitung des Männergesangvereins „Frohsinn“ .

Im Juni 1938 legt der seit 17 Jahren dem Männergesangverein vorstehende „Vereinsführer“ Johann Grimm sein Amt nieder. In einer außerordentlichen Generalversammlung wird Sangesbruder Hermann Oetjen einstimmig zu seinem Nachfolger gewählt. Johann Grimm wird Ehrenvorsitzender.

Das bislang immer am Neujahrstag stattfindende „Wintervergnügen“ des Männergesangvereins wird von der Kreisführung des Deutschen Sängerbundes für dieses Datum zukünftig untersagt. Im Februar 1939 wird ein gemütlicher Abend gemeinsam mit dem gemischten Chor geplant. Bei Kriegsbeginn ruhen die Aktivitäten des gemischten Chores.

Im Verlauf des Jahres 1939 wurde in einer außerordentlichen Generalversammlung die Tätigkeit des Männergesangvereins eingestellt.

Nach Ende des Krieges sollten die Singabende wiederaufgenommen werden. Sicher hat zu dem Zeitpunkt niemand daran geglaubt, daß die Pause so viele Jahre dauern würde.

Der Chorleiter Heinrich Mießner leitete auch während seiner Kriegsgefangenschaft in Oklahoma/USA einen Chor und beteiligte sich an einer Theatergruppe. Erst als er aus der Kriegsgefangenschaft zurückkehrte , wurde Anfang Mai 1947 der Männergesangverein „Frohsinn“ wieder aktiv. .

Noch im selben Jahr wurde ein Sommerfest bei Gastwirt Heinrich Kruse veranstaltet , an dem auch die Gesangvereine „Einigkeit“ aus Groß Meckelsen und „Harmonie“ aus Tiste teilnahmen. Auch das folgende Winterfest im Januar 1948wurde ein voller Erfolg. Eingeladen wurde der bekannte Bariton Bernhard Jakschtat vom Nordwestdeutschen Rundfunk, der auf dem überfüllten Saal der Gaststätte Barthel heitere Operettenlieder dem begeisterten Publikum vortrug. Zu der Zeit trat der Männergesangverein „Frohsinn“ in den D. A. S. (Deutscher Allgemeiner Sängerbund) ein. In den darauffolgenden Jahren wurden nicht nur viele eigene Sängerfeste veranstaltet , sondern auch die Einladungen der befreundeten Vereine wurden gerne angenommen.

Am 23. April 1950 findet erstmals ein Sängerfest in Klein Meckelsen statt , und zwar anläßlich des Stiftungsfestes des dortigen Männergesangvereins .Liederlust“ . Verschiedene miteinander konkurrierende Organisationen und Sängerbünde wurden neu gegründet (z . B. D.S.B. und D.A.S.).

Am 27. November 1950 verstarb das letzte noch übriggebliebene Gründungsmitglied des Männergesangvereins, Johann Wiehern, im Alter von 79 Jahren. Im Mai 1951 war es dann wieder soweit: Der Männergesangverein „Frohsinn“ feierte sein 60. Stiftungsfest. Leider sagten folgende Chöre vorzeitig ab: Frauenchor Niedersachsen von 1920, Rotenburg ; Männergesangverein „Harmonie“, Ottersberg; Gesangverein „Harmonie“, Harsefeld ; Männer- und Frauenchor .Liederkranz“ , Oyten ; Liedertafel „Eintracht“ von 1857, Tostedt; Gesangverein „Eintracht“, Harsefeld ; Männergesangverein „Rotenburg“ ; Männergesangverein Selsingen ; gemischter Chor Selsingen ; gemischter Chor Dohren; gemischter Chor Todtglüsingen ; Männergesangverein „Liedertafel“, Rotenburg ; Gesangverein Nartum ; Männergesangverein „Frohsinn“ von 1890, Fintel ; gemischter Chor Tostedt.

Bei der Vielzahl der damals bestehenden Chöre war es jedoch nicht schwer, trotzdem ein umfangreiches Festprogramm zusammenzustellen. An der Feier nahmen teil: Männergesangverein .Liederlust“ , Heeslingen ; Männer- und Frauenchor Zeven ; gemischter Chor Oersdorf; Männergesangverein .Liederlust“ , Klein Meckelsen ; Männergesangverein „Frohsinn“, Ahlerstedt; Männergesangverein „Harmonie“, Tiste ; Männergesangverein „Einigkeit“, Groß Meckelsen; gemischter Chor Vierden ; gemischter Chor Heeslingen; Frauenchor Z.v.D. Sittensen. Der Männergesangverein „Frohsinn“ aus Sittensen mit seinen inzwischen über 40 aktiven Sängern feierte den Höhepunkt seiner bisherigen Geschichte. 1951 wurde außerdem an einem Pokalsingen in Wense teilgenommen, den Pokal gewann jedoch der Männerchor Zeven.

Da traditionsgemäß in der Fastenzeit keine Tanzveranstaltungen, Sängerfeste oder ähnliches gefeiert wurden, nahm sich der Männergesangverein „Frohsinn“ im Jahre 1952 für diese Zeit etwas Besonderes vor: Am 23. März veranstaltete der Männergesangverein sein erstes eigenes Konzert! Auch im Jahre 1953wurde wieder ein eigenes Konzert veranstaltet.

In Sittensen versuchte man Ordnung in das Wirrwarr der Dachverbände und Sängerorganisationen zu bringen. Deshalb beschloß man , aus dem D. A. S. (Deutscher Allgemeiner Sängerbund) wieder auszutreten und sich dem Sängerbund Bremervörde anzuschließen (wann dieses durchgeführt wurde, ist nicht genau feststellbar, vermutlich um 1960).

Im November 1954 wurde als Andenken für alle Mitglieder ein Foto vom gesamten Verein gemacht. Insgesamt ist die Zahl der aktiven Sänger auf ca. 30 geschrumpft. Chorleiter Heinrich Mießner ermahnt Vorstand und Sänger, neue Mitglieder zu werben.

In den Folgejahren blieb die Zahl der Aktivitäten konstant: Neben eigenen Sängerfesten wurden auswärtige Sängerfeste besucht, gemütliche Abende und Ausflüge veranstaltet. Auch Einladungen zum Singen bei privaten Festen wurden angenommen.

Bei der Generalversammlung am 6. Januar 1957 wurde das Honorar des Chorleiters von DM 3,- auf DM 5,- pro Singabend erhöht. Ein Jahr später, am 21. Januar 1958, wurde eine neue, korrigierte Fassung der 63 Jahre alten Satzung genehmigt. Jeder Punkt wurde bei der Jahreshauptversammlung einzeln vorgelesen und diskutiert.

In den Jahren 1958 und 1959 ist ein Rückgang der Aktivitäten zu verzeichnen. Einige Sängerfeste konnten nicht oder nur mit einer Abordnung besucht werden, weil der Chor teilweise nicht singfähig war.  Am 4. Januar 1959wurde der langjährige erste Vorsitzende Hermann Oetjen nicht wiedergewählt. Sein Nachfolger wurde Heinrich Kaiser jr.  Als neues Mitglied wurde in diesem Jahr Karl-Heinz Imlau aufgenommen. Bei vielen Veranstaltungen fehlt auch das Publikum. Durch Auto und Fernsehen ist das Interesse der Bevölkerung anders orientiert.

1960 hatte der Chor Schwierigkeiten, singenden Nachwuchs zu erhalten. Besonders der 2. Tenor war sehr schwach besetzt. Das führte dazu, daß der Chor von September bis Dezember 1960 eine Singpause einlegte. Man entschloß sich am 28. Dezember 1960, den Männergesangverein in einen gemischten Chor - auch mit dem Namen „Frohsinn“ umzuwandeln. Mit gleichem Datum wurden auch die Statuten des Männergesangvereins für einen gemischten Chor aufbereitet. Nunmehr gehörte auch der Notenwart mit zum Vorstand. Alle bisherigen Mitglieder waren bereit , im gemischten Chor mitzusingen. Am 19. März 1961 wurde erstmals als gemischter Chor im Niedersachsenhof gesungen. Zu dem Anlaß wurde die choreigene Bühne renoviert. Diese ist zum heutigen Tage leider nicht mehr vorhanden.

Das erste Sängerfest als gemischter Chor wurde 1964veranstaltet. Als weitere Aktivität ist noch der gemeinschaftliche Singabend zu nennen, zu dem die Angehörigen der aktiven Sänger sowie die passiven Mitglieder eingeladen wurden. Hier hatten die Gäste Gelegenheit, die Arbeit des Chores kennenzulernen. Ende der sechziger Jahre ließ jedoch die Resonanz für diese Abende nach , so daß sie wiedereingestellt wurden.  Bei den Sängerfesten wurde nicht nur gesungen, sondern auch getanzt. Hierzu war eine Tanzkapelle zugegen, die ebenfalls vom Dirigenten des gemischten Chores, Herrn Heinrich Mießner, gleitet wurde.

Es bestanden rege freundschaftliche Verbindungen zu anderen Sittenser Vereinen und Institutionen. Mit dem Verein der Kriegshinterbliebenen „VdK“ wurden gemütliche Abende gefeiert , am Volkstrauertag wurde am Kriegerdenkmal gesungen und in der Adventszeit vor dem Altenheim.

Am 1. Januar 1966 trat der Chor dem Deutschen Sängerbund „DSB“ bei. Einige weitere kurze Notizen aus diesen Jahren: Wegen Verlust des alten Chorstempels wurde ein neuer gestaltet und angeschafft. Für Fahrten zu Festlichkeiten wurde dem jeweiligen Fahrer ein Kilometergeld von DM 0,20 gezahlt. Das Honorar des Dirigenten wurde ab 1969 auf DM 6,- erhöht.

Nach Höhen und Tiefen konnte der Chor am 20. August 1967 sein 75jähriges Jubiläum feiern. Alle Ansprachen und Liedvorträge wurden von einem Gastchor auf Tonband aufgenommen und dem gemischten Chor „Frohsinn“ als Präsent überreicht. Im festlichen Rahmen dieses Jubiläums wurde dem Dirigenten Heinrich Mießner die silberne Ehrennadel überreicht.

Im darauffolgenden Jahr wurde die schon sehr betagte Fahne für DM 800,- renoviert. Etwas später erfolgte auch die Bestickung der Rückseite mit der Aufschrift des gemischten Chores. Anfang der 70er Jahre war der gemischte Chor „Frohsinn“ trotz akuter Nachwuchssorgen recht aktiv: Es wurden Vereinsfahrten zum Musikfest der Nationen in der Bremer Stadthalle, zum Museumsdorf Cloppenburg, ZU „Holiday on lce“ und zur Insel Fehmarn organisiert. 1972 wurde Heinrich Mießner für 40 Jahre Tätigkeit als Dirigent geehrt. 1973 beteiligte sich der gemischte Chor an der musikalischen Gestaltung der Zeltmission. Nach zahlreichen Diskussionen wurden die Mitgliedsbeiträge für aktive Mitglieder 1976 auf 16,- pro Jahr erhöht. Dieses war dringend erforderlich, um den Verein auch weiterhin in der bisherigen Form weiterführen zu können. Auch in der zweiten Hälfte der 70er Jahre veranstaltete der gemischte Chor „Frohsinn“ Sängerfeste, gemütliche Abende und Vereinsfahrten . Viele Mitglieder erhalten auf den Sängerfesten Ehrennadeln für langjährige Mitgliedschaft. Dieses ist natürlich auf der einen Seite sehr erfreulich , aber andererseits gibt es dem Chorvorstand Anlaß zur Besorgnis, denn der Chor ist „überaltert“ . Das heißt ja nicht , daß die älteren Mitglieder nicht mehr zum Singen kommen sollen , sondern bedeutet, daß die jüngeren Generationen im Chor fast völlig fehlen.

 

1978 wird Chorleiter Heinrich Mießner für seine 50jährigen Chorleiterdienste in Sittensen geehrt. Seine chorleiterische Tätigkeit begann er 1928 mit dem damaligen Damenchor. Ein Jahr später nimmt der gemischte Chor „Frohsinn“ innerhalb der gemischten Chorgruppe Süd (d. h. gemeinsam mit den Chören aus Gyhum, Heeslingen und Ostertimke) am Kreischorfest in Ebersdorf teil.

Am 9. März 1979 wählte der gemischte Chor „Frohsinn“ Sittensen Karl-Heinz Imlau zum 1. Vorsitzenden. Diese Funktion übt er heute noch aus . Das 90jährige Bestehen der Chormusik „Frohsinn“ wurde mit einem großen Sängerfest am 19. Oktober 1981 gefeiert.

Zu dieser Zeit wurde auch erstmals ein Erntewagen für den alljährlich stattfindenden Ernteumzug gebaut. Außerdem wurde der Versuch unternommen, nochmals einen Männerchor zusammenzustellen, dieses schlug jedoch fehl.

Während eines Auftritts in Steinkirchen erlitt Chorleiter Heinrich Mießner einen Herzanfall, an dessen Folgen er am 30. April 1982 verstarb. Durch diesen plötzlichen Todesfall stand der Chor vor fast unlösbaren Problemen. Chorleiter waren „Mangelware“ . Die Sittenser Sänger hatten jedoch Glück: Bereits ein halbes Jahr später konnte Chorleiterin Barbara König aus Heidenau für die Nachfolge von Heinrich Mießner verpflichtet werden.

Als Barbara König im September 1985aus beruflichen Gründen nach Braunschweig verzog , mußte sie ihre Arbeit beim gemischten Chor „Frohsinn“ beenden, und der Chor stand erneut vor dem Problem, sich einen neuen Dirigenten suchen zu müssen. Martina Gärtner, eine Musikstudentin aus Hamburg-Harburg, übernahm dann diese Stelle.

Leider mußte diese schon nach einem Jahr den Chorleiterposten aus gesundheitlichen Gründen wieder niederlegen.

Seitdem dirigiert Ingrid Wedemeyer aus Sittensen den gemischten Chor „Frohsinn“. Daß der Chor zu dem Zeitpunkt nur aus ca. 10 aktiven Mitgliedern bestand, war sicherlich eine Folge der häufigen Chorleiterwechsel.  Durch umfangreiche Werbemaßnahmen konnte der Chor jedoch wieder auf eine Größe von über 20 aktiven Sängerinnen und Sängern verstärkt werden. Als besonders positiv ist anzusehen , daß unter den „Neuen“ viele im Alter von 20 bis 40 Jahren sind.

Im Januar 1987 verstarb der aktive Sänger und Ehrenvorsitzende Heinrich Kaiser nach über 50jähriger Vereinszugehörigkeit.

Die Aktivitäten des Vereins haben in den letzten drei Jahren stark zugenommen. Neben der Veranstaltung von Sängerfesten und „gemütlichen Abenden“ werden alljährlich ein Kinderfest veranstaltet, Busausfahrten und Sommerfest organisiert, eine Glühweinbude auf dem Weihnachtsmarkt angeboten , am Erntewagenumzug teilgenommen und diverse Auftritte auf privaten Feiern absolviert.

Alle aktiven Mitglieder hoffen selbstverständlich auf eine Andauer dieser positiven Entwicklung und gestalten deshalb ein umfangreiches Festprogramm im Jubiläumsjahr 1991.

 

Mai 1951 - 60-jähriges Stiftungsfest